Ich programmiere seit ich 14 bin. Das war damals noch eine andere Welt, kein Internet, kein Stack Overflow, kein gar nichts. Man hatte ein Buch, vielleicht eine Diskette, und hat sich den Rest selbst beigebracht. Heute bin ich 46, arbeite als Ausbilder und beobachte, wie eine Generation aufwächst, die mit KI-Tools groß wird als wären sie selbstverständlich. Und ehrlich gesagt finde ich das faszinierend.

Mein erster richtiger Berührungspunkt mit KI im Arbeitsalltag war ChatGPT. Ich nutze es hauptsächlich für die Firma: Code, Dokumentationen, schnell mal eine Lösung querprüfen. Was mich damals überrascht hat: Es hat nicht einfach Antworten geliefert, es hat mitgedacht. Das ist ein Unterschied, den man erstmal verstehen muss. Als jemand der jahrzehntelang selbst gesucht und gefummelt hat, war das echt cool.

In der Firma läuft offiziell Microsoft Copilot, das nutze ich aber ehrlich gesagt eher sparsam. Es ist gut integriert in die Microsoft-Welt, aber für tiefere technische Fragen greife ich lieber zu ChatGPT. Privat bin ich viel mit Google unterwegs, deswegen nutze ich dort regelmäßig Gemini.

Als Ausbilder merke ich, wie sehr KI das Lernen verändert. Die Frage ist nicht mehr ob man es nutzt – sondern ob man es richtig nutzt

Neu dazugekommen ist bei mir Claude.ai. Das hab ich erst kürzlich für mich entdeckt und ich bin ehrlich gesagt positiv überrascht. Es wirkt durchdacht, fragt auch bevor es antwortet und macht auch bei komplexeren Themen einen guten Job. Ich bin noch dabei, ein richtiges Gefühl dafür zu entwickeln wann ich welches Tool einsetze, aber das ändert sich ja eh immer mal wieder.

Was ich nach all den Jahren sagen kann: Wer schon immer nah an Technologie war, hat immer einen echten Vorteil. Nicht weil man alles besser weiß, sondern weil man ein Gespür dafür hat, was ein Tool kann und was nicht. KI macht keine Fehler kleiner, sie macht sie schneller. Deswegen bleibt das eigene Verständnis das Wichtigste. Und das gilt übrigens auch für meine Azubis.